von Stephan Eissler
http://www.sueddeutsche.de/computer/artikel/681/171180/
Das Informationszeitalter indes trägt schwer an einem Paradox, das der amerikanische Soziologe Orrin E. Klapp bereits 1982 beschrieben hat. Der Wissenschaftler nennt es das Fehlen von Bedeutung in Informationen. Während die absolute Menge an verfügbarer Information steige, sinke der Anteil an bedeutungsvollem Wissen ("meaning"). Daraus folge: "Wir verfügen über immer mehr Informationen, von denen wir nicht wissen, was wir damit anfangen sollen."
Dieses Zitat nehme ich einmal mehr zum Anlass, auf ein anderes, wesentlich grundlegenderes und schwerwiegenderes Paradoxon hinzuweisen:
Einerseits spielen Begriffe wie Daten, Symbole, Informationen und Wissen eine immer wichtigere Rolle in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Gleichzeitig aber verfügen die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften immer noch über keine fundierte Theorie dessen, was mit "Wissen", "Information", "Bedeutung", "Symbole" usw. denn eigentlich gemeint sein soll und in welchem Bezug diese Begriffe zueinander stehen.
Das führt immer häufiger dazu, dass das, was auf den ersten Blick als "Theorie" daherkommt, letztlich nichts weiter ist als pseudowissenschaftliche Assoziation auf der Grundlage von alltagsweltlichem Wissen.
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