Der Stellenwert einer digitalen Auffindbarkeit
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Noch immer haben viele Menschen Bedenken davor, sich im Web auffindbar zu machen. Doch je stärker das Social Web in unseren Alltag integriert ist, desto schädlicher kann es für die eigene Karriere sein, im Netz unsichtbar zu bleiben.
2009 war das Jahr, in dem sich vor allem traditionelle Medien (...ein Schelm, wer böses dabei denkt...) darin gefallen haben, den Menschen die schlimmsten Konsequenzen bezüglich ihrer Karrierechancen auszumalen, wenn sie "unkorrekte" Spuren in Sozialen Netzwerken hinterlassen... Zu diesem Thema hatte ich letzten Herbst ein ebenso zufälliges wie interessntes Gespräch mit einem Personalchef. In diesem Gespräch schilderte ich dem Personalchef meine persönliche Erfahrung, wonach sich junge Menschen relativ wenig um solche Warnungen kümmern, sondern sich vielmehr häufig recht ungeniert im Internet präsentieren (Stichwort "Party-Fotos"...). Was der Personalchef mir daraufhin sagte, war für mich dann doch eine Überraschung, stand es doch in grassem Gegensatz zu den selbstlosen Warnungen der Vor-internet Generation bzwl. der Vor-internet Medien. Sinngemäß war es ungefähr folgendes:
Wenn die Mehrzahl der jungen Menschen diese Warnungen der traditionellen Medien ignoriert, wird womöglich genau das Gegenteil dessen eintreten, vor dem die Medien warnen. Denn irgendwann kann es durchaus passieren, dass es bei Personalchefs Fragen aufwirft, wenn sie bei Internetrecherchen zu Bewerbern nichts von dem finden, vor dem heute gewarnt wird... wenn sich zu einer Person keine Fotos von feuch-fröhlichen Partys oder andere wenig schmeichelhaften Infos finden lassen, dann könnte dies zwei Schlüsse nahelegen:
Entweder pflegte die Person keine sozialen Kontakte und Aktivitäten, wie sie unter jungen Menschen üblich sind (ist die Person ein Einzelgänger - und damit nicht teamfähig?), oder die Person hat das Internet von solchen wenig vorteilhaften Infos "gesäubert" (warum tut die Person das? die Gründe dafür sind eigentlich durchweg kaum vorteilhaft...). Ganz unabhängig davon wird es aber natürlich auch zukünftig immer Informationen geben, die für Bewerber und ihre Karriere unvorteilhaft sind: Nacktfotos zum Beispiel, Äußerungen, die sich in grasser Weise gegen die Würde anderer Menschen richten, oder extreme politische Standpunkte, die sich nicht mit dem Grundgesetz vereinbaren lassen.
Wenn man bedenkt, dass sich zukünftig immer größere Teile unseres Lebens im Internet abspielen (bzw. sich im Internet widerspiegeln), dann ist es in der Tat sehr fraglich, ob es sinnvoll oder zielführend ist, sein ganzes Erscheinungsbild im Internet unter dem Gesichtspunkt Selbstmarketing zu "frisieren"... Außerdem ist schon jetzt abzusehen, dass die reine "digitale Auffindbarkeit" eigentlich zukünftig nicht die Frage ist, sonden vielmehr wie sich das Leben und die Aktivitäten einer Person im Internet widerspigelt.
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Schön geschrieben! Recht hast du... Da sieht man, dass man mitt ein bisschen Rhetorik und... » weiter
Ob in der Blogsphäre mit zu viel Selbstreferenz diskutiert wird, ist eine interessante Frage. Zum... » weiter
Schoen umgekehrt :) Und nun muss ich aufpassen, dass ich nicht in dieselbe Falle tappe, in der ich... » weiter
Kurzer Nachtrag: Im Weblog "Spiegelkritik.de" findet sich auch ein Artikel zu dieser... » weiter


