Ein wichtiges Charakteristikum des theoretischen Ansatzes, der hier auf wissen-schaft.org entwickelt wird, ist die kritische Auseinandersetzung mit der "Institution Eigentum" aus liberaler Perspektive (dies mag jene überraschen, deren Weltbild noch dem späten Industriezeitalter entstammt - für die daher "kritische" und "liberale" Ansätze unvereinbarliche Gegensätze darstellen). Diese kritische Auseinandersetzung findet im wesentlichen entlang zweier komplementärer Fragestellungen statt:

Bei der ersten Fragestellung geht es darum, ob die eigentumsrechtliche Gleichbehandlung unterschiedlicher Entitäten nicht auch zu unterschiedlichen Ergebnissen führen müsste.
Bei der zweiten Fragestellung wird umgekehrt gefragt, ob die unterschiedliche eigentumsrechtliche Behandlung gleicher Entitäten nicht auch zu unterschiedlichen Ergebnissen führen müsste.

[I] Vergleich verschiedener elementarer ökonomischer Ressourcen

Ausgangspunkt ist hier die Feststellung, dass spätestens seit dem Scheitern des realexistierenden Sozialismus die Notwendigkeit eines möglichst effektiven Schutzes von Eigentum zu einem weithin akzeptierten ökonomischen Dogma geworden ist. Unter dem Eindruck neuer technischer Entwicklungen im Bereich IKT drängt sich jedoch zunehmend die Frage auf, ob die liberalen Argumentationen zur Rechtfertigung der Institution Eigentum tatsächlich universelle Gültigkeit haben, wie immer wieder Glauben gemacht wird. Denn wenn dem so wäre, müssten diese (v.a. ökonomischen) Argumentationen auch dann jeweils zum selben Ergebnis führen, wenn sie auf Ressourcen mit geradezu gegensätzlichen Eigenschaften angewandt werden. Es lässt sich jedoch zeigen, dass aufgrund der gegensätzlichen Eigenschaften knapper materieller Ressourcen einerseits, und nicht knapper, generativer Ressourcen andererseits, die institutionelle Gleichbehandlung in Form eines rigiden eigentumsrechtlichen Schutzes auch zu gegensätzlichen sozioökonomischen Ergebnissen führen muss.

[Texte]
Vgl. hierzu u.a.

[II] Vergleich unterschiedlicher Schutzniveaus für geistige Schöpfungen

Sowohl aus der obigen Fragestellung, wie auch aus den Überlegungen zu einer Ressourcentheorie, lassen sich also die besondere sozioökonomische Bedeutung der Frage nach dem optimalen Schutzniveau für "Ergebnisse kreativen geistigen Schaffens" herleiten. Damit spielt der Themenbereich geistiges Eigentum eine zentrale Rolle bei der Entwicklung einer Theorie der Wissensgesellschaft. Dieser Themenbereich umfasst vor allem die Bereiche des
(a) patentrechtlichen...
(b) urheberrechtlichen...
(c) markenrechtlichen...
...Schutzes von Ergebnissen kreativen geistigen Schaffens.

Warum der Themenbereich "geistiges Eigentum" von zentraler Bedeutung für eine Theorie der Wissensgesellschaft ist, wird besonders dann deutlich, wenn man sich mit der Frage auseinandersetzt, welche sozioökonomischen Auswirkungen (i) ein besonders effektiver eigentumsrechtlicher Schutz sowie besonders weit reichende Schutzansprüche bei Ergebnissen kreativen geistigen Schaffens hätte, im Vergleich zu den sozioökonomischen Auswirkungen (ii) eines sehr moderaten Schutzniveaus, wie wir es bspw. aus dem Bereich Freie Software kennen.

Die unterschiedlichen sozioökonomischen Entwicklungen, die diese zwei gegensätzlichen eigentumsrechtlichen Regime zur Folge haben, lassen sich vor allem entlang dreier zentraler Themenbereiche zeigen, die quer zum Themenbereich "geistiges Eigentum" stehen, wobei jedem dieser drei Bereiche eine wichtige Rolle für die jeweils anderen zwei Bereiche zukommt:
- die Produktion, Distribution und Nutzung von Content
- Bildung/ Entwicklung des so genannten "Humankapitals"
*- Innovation und nachhaltige Entwicklung

[Texte]
Zu den Folgen eines rigiden eigentumsrechtlichen Schutzes der Ergebnisse kreativen geistigen Schaffens für Bildung/ Humankapital vgl.

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